Blog Teleskop #66

 

Das 66. Blog-Teleskop steht an und ich freue mich, dass meinem noch recht jungen Blog diese Aufgabe zugefallen ist. Und ist auch die Zeit recht kurz gewesen (Florian trat erst am Freitag an mich heran), so erinnere ich mich an die Worte meines Professors in Festkörperphysik der immer meinte: Nur unter Druck entstehen Diamanten. Los geht’s also, lasst uns mal schauen was die letzten zwei Wochen so gebracht haben.
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Eine ganz große Meldung auch über die wissenschaftlichen Medien hinaus war die Ankündigung der NASA Anfang der Woche, „was ganz Spektakuläres“ verkünden zu wollen. Natürlich sorgte das in der Blogsphäre für Aufsehen und gab Grund zu den verschiedensten Spekulationen. Am Ende war die Entdeckung einer Bakterienart, die Arsen in ihre Molekülstruktur einbauen kann, durchaus bemerkenswert, gibt sie doch auch der Suche nach außerirdischen Leben eine neue und interessante Richtung.

Nach wie vor bleibt aber unter anderem Wasser ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Und der Beiname „blauer Planet“ kommt für die Erde ja auch nicht von ungefähr. Schön zusammengestellt hat das Gunnar Ries in seinem Artikel “Der Wasserplanet”.

Ein interessantes Ziel trägt den Titel “Einstein verstehen” und wird in Zusammenarbeit mit dem Webportal Einstein Online veranstaltet. Gestartet am 2. Dezember verspricht das ganze durchaus spannend zu werden, soll doch hier das ambitionierte Ziel verfolgt werden, die spezielle Relativitätstheorie nicht nur mit Bildern sondern mit den Methoden der Schulmathematik zu erklären.

Eine der erfolgreichsten Planetenerkundungen in den letzten Jahren war die Cassini-Huygens Mission. Das mag auch an dem gewaltigen Medienecho liegen, lange nicht mehr (so kommt es mir zumindest vor) haben die Medien derart ausführlich über eine Mission berichtet. Und so kam erst Ende der Woche eine interessante Meldung über die Monde Enceladus und Tethys. Neue Daten geben hier tiefe Einblicke in die Geologie der Oberflächen dieser Monde. Ferner erhoffen sich “die Forscher […] davon neue Erkenntnisse über die Entstehung seiner kraterreichen Oberfläche durch tektonische Kräfte und Einschläge.”

Auch ein anderer Saturnmond war eine Meldung wert: auf Rhea wurde eine dünne Atmosphäre aus Sauerstoff und Kohlendioxid gefunden worden. Und natürlich bleiben auch die anderen Planeten weiterhin interessant. So wurde auf dem Mars kürzlich ein junger Krater fotografiert. Nichts Neues hingegen gibt es von der MESSENGER-Sonde, ähnlich wie bei Cassini dürften aber auch hier spannende Daten zu erwarten sein wenn sie in knapp hundert Tagen in den Orbit über Merkur einschwenkt. Und noch mit wesentlich mehr Spannung erwarte ich persönlich die Ankunft der New Horizon, die derzeit etwa die Hälfte der Strecke geschafft hat.

Dass mittlerweile nicht nur die eigenen Planeten des Sonnensystems von Interesse sind sondern zunehmend der Blick auch in fremde Systeme wandert, mag nicht verwundern. Immerhin wurde Ende November der 500te Exoplanet verzeichnet. Und auch im renommierten Blatt Nature wurde kürzlich von der direkten Untersuchung der Atmosphäre eines Exoplaneten berichtet. Und darüber hinaus geht mittlerweile die Astronomie eine schöne Liaison mit der Kunst ein wenn so manch einer versucht, sich zum Beispiel einen Sonnenuntergang auf Gliese667b vorzustellen. Die Bilder die dabei rauskommen sind unter anderem hier zu bewundern.

Aus dem Bereich Kultur gibt es noch weitere aufregende Neuigkeiten: ein Reprint der 1603 erschienen Uranometria von Johannes Bayer wird neu aufgelegt. Diese setzte seinerzeit völlig neue Maßstäbe in der Himmelskartographie unter anderem durch die Einführung einer ersten modernen Sternennomenklatur. Zusammen mit einem Begleitbüchlein von Jürgen Hamel ist dieses Werk nun herausgegeben wurden. Mit 178,- Euro nicht gerade billig, aber vielleicht für den ein oder anderen eine schöne Geschenkidee.

Zu guter Letzt ist ja nun wieder die Adventszeit, und der ein oder andere Blog widmet sich da auch dem Veranstalten eines Adventskalenders: hier sei natürlich der Blog von Florian genannt, aber auch Lars Fischer öffnet in seinem Fischblog jeden Tag ein ‘Türchen’. Und im Braincast-Blog von Arvid Leyh kann man sogar, nach Beantwortung einer Frage, an einem Weihnachtsgewinnspiel teilnehmen. Die Preise sind dabei durchaus nicht von schlechten Eltern.

Wie wir sehen, Wissenschaft ist und bleibt spannend, ich für meinen Teil freue mich, ein Teil dessen zu sein. So kann man sich nur wünschen, dass die Menschen ihre Neugier nicht verlieren und uns noch viele spannende und interessante Dinge über die Welt in der wir leben herausfinden.

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  1. 3. Jan. 2011
  2. 18. Jan. 2011

 

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