Große Zahlen, wenig Informationen

Immer wieder ergeben sich Diskussionen zwischen Fachleuten und fachlich weniger versierten Menschen. Letztere nennt man auch Laien. Jeder ist irgendwo einer, logisch: man kann bei all dem Spezialwissen heutzutage nicht überall Bescheid wissen. Dass das nun so manch einen nicht daran hindert, sich dennoch als Fachmann aufzuspielen und vor allem den wirklich auf diesem Gebiet tätigen Leuten ihr Wissen abzusprechen, ist leider nichts besonderes mehr.

Die Hauptrolle in diesem Prozess aber spielen die Medien: diese sollten eigentlich dazu beitragen, das Wissen zwischen den Fachleuten und den Laien zu vermitteln. Die Realität sieht leider anders aus, so dass ich (mal wieder) zu diesem leidigen Thema was schreiben wollte. Denn die Berichte zum in der Arktischen See versenkten U-Boot K-27 und die daraus resultierenden Horrorszenarien, die angeblich drohen, wollte ich nicht unkommentiert lassen. Allerdings stieß ich am Wochenende auf einen großartigen Text der so wunderbar alles schön auf den Punkt bringt, dass mir fast nichts mehr übrig bleibt, als auf diesen zu verweisen (angesichts der bereits seit einigen Wochen doch sehr stressigen Arbeit, die mir kaum mehr Zeit lässt, mich um diesen Blog zu kümmern, bin ich da auch nicht gerade undankbar).

Es ist doch so, dass im Rahmen von kernphysikalischen und strahlenschutztechnischen Diskussionen mit den verschiedensten Einheiten hantiert wird, die einem “Normalbürger” nur bedingt etwas sagen. Becquerel und Sievert sind für einen Laien zunächst ulkig klingende Worte, und auch nach dem Lesen der Definition wissen nur die wenigsten genauer, was sie sich dort vorzustellen haben. Kombiniert man dann noch das Ganze mit ein paar groß klingenden Zahlen, so kann man sicher sein, dass manchmal sogar die Fachleute erstmal überlegen müssen, wie es um die wahren Verhältnisse bestellt ist (siehe hier Angaben zu Fukushima, wo Strahlenwerte angegeben wurden, die bei genauerem Hinsehen auch in einigen Regionen Deutschlands (wie zum Beispiel in Kinderzimmern!) nicht ungewöhnlich sind).

Eine solche Überlegung hat nun Herr Joachim Schulz in seinem Blog der Quantenmechaniker gemacht und sich die Frage gestellt, wie sich Viele Millionen Becquerel im Meer verhalten. Anschaulich und nachvollziehbar wird gezeigt, dass einerseits große Zahlen noch gar nichts aussagen. Noch viel mehr aber wird mal wieder deutlich, dass heutzutage die Medien ihrer Rolle als unabhängige Lieferanten von Informationen, die es dem Leser gestatten, eigene Schlüsse zu ziehen, nicht gerecht werden. Und das ist zwar nichts neues mehr aber immer noch sehr bedauerlich.

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