Die Lösung eines Menschheitsproblems

Neue Technologien haben eines der schwerwiegendsten Probleme der Menschheit gelöst: Das knapper werdende Öl wird gar nicht knapper. Obwohl das eine großartige Nachricht sein sollte, weigern sich die Verbreiter der Oil-Peak-Hypothese dies anzuerkennen.

Etwas Wundervolles ist passiert, ein Grund zum Frohlocken. Eines der scheinbar größten Probleme der jüngeren Geschichte ist gelöst. Doch  bricht kein Jubel aus. Keine Sektkorken knallen, keine Apokalyptiker fallen den Realisten in die Arme: „Es tut mir so leid, ich war mir sicher, das Ende der Welt steht an.“ Darauf der Realist: „Keine Sorge, wir alle irren uns ab und zu.“

Was ist passiert? Umweltaktivisten, Philosophen, Grüne, Politiker und grüne Politiker haben uns Jahrzehntelang gewarnt, dass unsere lebenswichtigen Ressourcen zur Neige gehen. Würden wir nicht unseren Lebenswandel ändern, würden bald Chaos und Zerstörung herrschen.

Vor allem Erdöl, das sei die Droge, von der die Menschheit abhängig ist, Öl ist das Rauschgift und der Treibstoff die den Motor der Menschheit immer stärker beschleunigt- während wir auf eine Mauer zurasen. Zahlreiche fiktionale und nicht fiktionale Werke malen düstere Bilder einer Post-Apokalyptischen Welt nach dem Ende des Öls. Die verbliebenen Weltmächte würden, schließlich mit Atomwaffen, um die letzten Tropfen Öl auf dem Planeten kämpfen.

Eine Prophezeihung wird einfach nicht wahr

Marion King Hubbert  prägte 1956 den Begriff Peak Oil, der Punkt an dem die Ölförderung ihr Maximum erreichte und ab dem der Preis für Öl nur noch exponentiell stiege. Er prognostizierte diesen Moment im Jahr 1974 auf das Jahr 1995. 1998 gründete sich die Association for the Study of Peak Oil and Gas und prognostizierte Peak Oil im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts.

Während also Aktivisten, Experten und Politiker über das Problem lamentierten, setzten sich andere Leute auf ihre vier Buchstaben, um das Problem zu lösen!

Geologen entdeckten unerschlossene Ölformationen in der Erde die mit gewöhnlichen Methoden nicht gefördert werden konnten, Chemiker tüftelten Wege aus, diese auszubeuten (Fracking- diese Verfahren ist tatsächlich schon seit 1860 bekannt) und Ingenieure entwarfen Maschinen welche diese Arbeit immer effizienter erledigten. Seit einigen Jahren ist die Förderung unkonventioneller Bodenschätze wirtschaftlich geworden.

Seit Anbeginn der Ölförderung wird das baldige Ende dieser Förderung aus Mangel an Öl vorhergesagt, doch das Ende weigert sich beharrlich anzukommen. Peak-Oil hat sich als Fata Morgana herausgestellt. Die Entwicklung von Fördermethoden beim Ölabbau, verschiebt das Ende des Ölzeitalters um Jahrzehnte, eher Jahrhunderte nach hinten. Allein die Green River Formation, ein unkonventionelles Ölfeld in den USA, enthält geschätzte 3 billionen Barrel Schieferöl. Die Hälfte davon gilt als förderbar- das allein entspricht etwa der Menge der gesamten bestätigten konventionellen Ölreserven der Welt.

Staaten, getrieben von Umweltschützern, unternahmen große Anstrengungen um Peak Oil so angenehm wie möglich zu gestalten: Der Bau benzinsparender Autos wurde gefördert, die Entwicklung von Elektroautos, die Beimischung von Bio-Kraftstoff zum Benzin wurde gesetzlich festgeschrieben. Ressourcenschonung ist auch ein wichtiges Argument für die Entwicklung neuer Alternativer Energiequellen.

Nicht alle diese Maßnahmen sind sinnloser Aktionismus, doch zeigt sich nun, dass die meisten ihren Preis nicht wert sind und in einigen Fällen der Umwelt mehr Schaden als Nützen. Die definitive Abwendung von Peak Oil wurde nicht erreicht durch die gut gemeinten Programme von Politikern, sondern durch die Forschungs- und Entwicklungsleistung von Wissenschaftlern und Ingenieuren.

Was für ein Triumph des menschlichen Geistes!

Die USA haben sich vom Öl-Importeur zum Öl-Exporteur gewandelt. Bis zum Jahr 2035 wollen die USA unabhängig sein von importiertem Öl aus dem Nahen Osten. Dies wird weitreichende Konsequenzen haben: Der Ölpreis könnte über Jahre stagnieren oder sogar fallen, das außenpolitische Interesse der USA am Nahen Osten könnte schwinden was zu einer Machtverlagerung führt.

Es vollzieht sich gerade schleichend ein Wandel in unserer Welt der von vielen Menschen ignoriert wird. Ich lehne mich so weit aus dem Fenster und sage: Die Menschheit wird in den nächsten Jahrzehnten oder Jahrhunderten eher einen besseren, billigeren Ersatz für Öl finden, ehe das schwarze Gold zur Neige geht. Es gilt die Binsenweisheit: Die Steinzeit ist nicht aus einem Mangel an Steinen zu Ende gegangen.

Warum wird nicht gefeiert? Aktivisten haben uns doch immer eingeredet, die Abhängigkeit vom Öl und damit dessen baldiges Ende sei das Todesurteil  für unsere Gesellschaft. Damit hat die Entwicklung der neuen Ölfördertechnologien eines der dringendsten menschlichen Probleme auf Jahrzehnte, vielleicht Jahrhunderte, gelöst. Wäre diese Entwicklung nicht auf eine Stufe zu stellen mit einem Heilmittel für HIV, einem Ende des Hungers in der Welt oder Frieden im Nahen Osten?

Deutschland verschläft die Neuigkeiten

Und Deutschland? Warum nutzt Deutschland nicht die neuen Methoden? Wie immer herrscht ein ängstliches, technologiefeindliches Klima. Die Vorteile werden ignoriert, die Nachteile überhöht. Gegen das Fracking gibt es Einwände von Seiten des Umweltschutzes, jedoch ist dies wohlfeil, ist doch der Abbau von Rohstoffen so gut wie immer mit zum Teil schweren Umweltschäden verbunden. Die Förderung von konventionellem Öl ist umweltschädlich, die Förderung von Metallen ist umweltschädlich, die Förderung von Uran ist umweltschädlich, die Förderung Seltener Erden zum Bau von Windkraftanlagen erzeugt giftige, säurehaltige und radioaktive Abfälle. Wie so oft ist es unfair und unehrlich die Umweltschäden einer einzigen Technologie übermäßig zu betonen, während andere Technologien vergleichbare, oder höhere Umweltschäden verursachen, ohne dass sie deshalb geächtet würden.

Es wird noch eine Weile dauern, bis sich die tatsächlichen Konsequenzen dieser neuen Technologien in die ganze Gesellschaft, geschweige denn die grüne Partei, herumgesprochen haben. Vermutlich ist es erst so weit, wenn die Benzinpreise fallen oder ein Übermaß an Öl die USA in eine außenpolitische Isolation treiben.

Bis dahin genießen Sie das Gefühl: Sie sind Zeuge der vorläufigen Lösung eines der drängendsten Menschheitsprobleme und keiner von denen, die  dieses Problem am lautesten beschrien haben, akzeptieren jetzt dessen Lösung.

„Geh mir weg mit deiner Lösung, sie wär der Tod für mein Problem.“
-Annett Louisan, „Die Lösung“

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  1. Segr interessant und neu für mich, aber auch schlüssig und logisch. Auf jeden Fall hat es mein Interesse geweckt nach mehr Infos zu suchen. Kannst Du mir noch Deine Quellen nennen? Würde mich tiefer einlesen! Liebe Grüsse, Daniel

      • OPS
      • 4. Jul. 2012 7:36am

      Hallo Daniel

      Ich habe in letzter Zeit sehr häufig über Schiefergas und Schieferöl gelesen. Eigentlich kommen wir damit schon etwas spät. Mir ging es vor allem darum zu beklagen, dass die Alarmistischen Kräfte in Deutschland diese Entwicklung nicht zur Kenntnis nehmen.

      Hier ein paar andere Stimmen, zusätzlich zu den Links im Artikel:

      EIKE hat vielfach berichtet, zum Beispiel:

      http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/die-energiewende-ist-noch-zu-schaffen-neue-bgr-studie-zum-schiefergas-sieht-in-deutschland-grosse-potenziale/

      Hier ein Artikel bei Forbes:

      http://www.forbes.com/sites/matthewhulbert/2012/04/19/peak-oil-off-great-game-on/

       

      Übrigens teilen nicht alle Kommentatoren meine positive Sicht dieser Entwicklung. George Monbiot (über den wir hier schon oft berichten), der oft vor den Folgen von Peak Oil warnte, schrieb gestern einen Artikel, in dem er einsieht unrecht gehabt zu haben und fürchtet dass billiges und verfügbares Öl den Klimawandel beschleunigen.

      http://www.monbiot.com/2012/07/02/false-summit/

       

      Im Text habe ich an einer Stelle einen Wikipedia-Artikel über das Fracking verlinkt. Dabei benutzte ich bewusst den englischen Artikel. Der deutsche Artikel geht nur kurz auf das Fracking selbst ein und beschäftigt sich ansonsten fast nur mit den Risiken der Methode.

       

      Auch wenn es darin nicht direkt um das Thema geht, kann ich das Buch: “Wenn Ideen Sex haben: Wie Fortschritt entsteht und Wohlstand vermehrt wird” von Matt Ridley empfehlen (Originaltitel: The Rational Optimist).

      Ein wirklich gutes Sachbuch darüber wie es der Welt viel besser geht als wir dachten. Darüber wie der Hunger in der Welt zurück geht, der Zustand der Natur sich verbessert und mit einer bestechenden Theorie darüber wie wir zum modernen Menschen wurden. Ein Buch das mit rationalen Argumenten optimistisch stimmt.

    • Rainer
    • 4. Jul. 2012 8:09am

    Dazu passt sehr gut diese aktuelle Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Energie/Downloads/BGR_Schiefergaspotenzial_in_Deutschland_2012.pdf?__blob=publicationFile&v=7
    Ich bin sehr gespannt, was in den kommenden Jahren (vielleicht Monaten) mit der Energiewende passiert.

    • Rainer
    • 4. Jul. 2012 5:22pm
    • Rainer
    • 4. Jul. 2012 5:23pm

    Sorry! Ich hätte den ersten Kommentar genauer lesen sollen!

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