Kein gleiches Recht für Alle
Gerade habe ich bei SPON die Nachricht gelesen, dass die Energieriesen 15 Milliarden Entschädigung fordern. Hier warte ich ja nur darauf, dass die Leute kommen und auf diese raffgierigen Unternehmen schimpfen die nur daran interessiert sind, uns das Geld aus der Tasche zu ziehen und sich auf Kosten unserer Umwelt einen Fetten machen.
Was hier aber immer vergessen wird: die Kraftwerke sind Eigentum der Unternehmen. Diese haben ein halbes Jahr vor Fukushima die Zusage bekommen, dass die Anlagen noch eine ganze Weile weiter betrieben werden können. Und nun, ohne dass ein Anlass bestand (die technischen Gutachten lieferten ja keinen ausreichenden Hinweis, dass die Sicherheit in einem deutschen KKW nicht gewährleistet werden könne) wird nur auf Anraten eines Gremiums aus fachlichen Laien eine 180-Grad-Wende hingelegt und die Abschaltung verlangt.
Man sollte sich hier mal vor Augen führen, was passieren würde, wenn das einem ‘normalen’ Bürger des Staates angetan würde: wenn also beispielsweise das Autofahren verboten würde weil jährlich soviele Unfälle passieren die man nun nicht mehr hinnehmen will. Ein Aufschrei ginge durch das Land und zumindest der Ruf nach Schadenersatz würde laut. Bei Unternehmen aber geht man einfach davon aus, dass diese irgendwie eh kein Recht auf Eigentum haben und nur im Sinne des Kunden zu handeln haben. Sind ja Großkonzerne, gesichts- und skrupellose Verbrecher für die es nur Pflichten, aber keine Rechte zu geben scheint.
Und gern wird dann auch die Geldkeule geschwungen. Ich hatte ja schon vor einiger Zeit festgestellt,
dass ein beliebtes Argument gegen die Kernkraft die Tatsache ist, dass die Energiekonzerne so viel Geld machen (gerne genutzte Aussage: “die verdienen Milliarden!!!“). Mhmm, Ok, das machen sie. Und nicht zu knapp. Aber was folgt daraus? Dass die Kernkraft schlecht ist nur weil die entsprechenden Konzerne wirtschaftlich erfolgreich sind (siehe hier auch die ähnlich geführte Diskussion mit der Gentechnik und Monsanto)? [...]
Prinzipiell scheint es also darauf hinauszulaufen, dass eine Firma, sobald sie einen gewissen Erfolg hat, böse wird. Oder anders gesagt: der Wille, Geld zu verdienen, ist schlecht. Gut, hier kann ich prinzipiell zustimmen. Auch ich finde, dass diese Gier und das Streben nach Geld keine besonders gute Sache ist. [...]
Aber aktuell leben wir in einer kapitalistischen Welt in der es für eine Firma darum geht, Geld zu verdienen. Und auch ich freu mich ja, wenn mein Chef die Firma so gut leitet, dass er mir mein Gehalt zahlen kann. Dieses Gewinnstreben aber als Argument zu nehmen um gegen einzelne Technologien zu wettern halte ich für Unsinn.
Meines Erachtens kann und sollte man daher durchaus Verständnis dafür haben, dass die Unternehmen, ebenso wie jeder Bürger in diesem Lande, ihre Rechte einklagen. Dass hierbei andere Summen zustandekommen ist klar, aber prinzipiell müssen doch die Regeln für alle gleich gelten. Ginge es nämlich nach denen, die nun bei solchen Forderungen der EVU schimpfen, so müssten wir eigentlich wieder zurück in die Planwirtschft mit den volkseigenen Betrieben.
Wobei: schaut man sich mal ein wenig um kommt man fast zu dem Schluss, dass das schon längst passiert ist:
Der Atomausstieg mag in seinen Zielen ehrenwert sein. In seinen Methoden führt er zu einem brutalen Abschied von der Marktwirtschaft im Energiesektor. Die Regierung schaltet den Stromkonzernen nicht nur handstreichartig Atomkraftwerke ab, als gäbe es kein Eigentumsrecht mehr in Deutschland. Sie begleitet diese Enteignung mit umfänglichen Planwirtschaftsvorgaben, wann, wie und mit welchen Kraftwerken künftig Strom erzeugt werden soll. Der Staat nimmt – wie im Sozialismus – dem Markt zugleich die Möglichkeit, die nächstgünstigere Stromerzeugung zu wählen. Stattdessen entscheiden grüne Bürokraten, wie hoch wann der Anteil regenerativer Energien sein soll. Wie in den Fünfjahresplänen der DDR werden Quoten, Ziele, Mengen in Zentralministerien vorgeschrieben. Schon jetzt hat die neue Öko-Planwirtschaft gewaltige Milliardenbeträge an Subventionen verschlungen, und doch ist Strom aus erneuerbaren Quellen auch nach über zehn Jahren Dauerförderung erheblich teurer als der aus Kohle, Öl, Kernenergie und Gas. Anstatt das Subventionsmonopoly zu beenden, werden die Förderprogramme für „Ökostrom“ immer gewaltiger. Der Preismechanismus der Marktwirtschaft ist außer Kraft gesetzt, denn wer Solar- oder Windstrom erzeugt – und sei es noch so landschaftszerstörend -, erhält dafür einen festgelegten Garantiepreis.
Man darf gespannt sein, wo das noch hinführt.
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Um mal beim Beispiel von Autos zu bleiben: In den letzten Jahren wurden in vielen Städten Umweltzonen eingeführt, so dass manche alten Autos dort nicht mehr betrieben werden dürfen. Damit mussten viele Leute auf ein neueres Fahrzeug umsteigen und das alte Auto verschrotten oder mit deutlichem Wertverlust weiterverkaufen. Dabei gab es auch keinerlei Entschädigungen für die Besitzer der betroffenen Fahrzeuge. Solche Verbote können zum Schutz der Allgemeinheit vor Umweltschäden durchaus zulässig sein.
Das ist natürlich richtig. Und um dieses Beispiel wieder auf die Kernkraft zu übertragen könnte man die ständig stattfindenen Revisionen und Prüfungen anbringen. Diese sorgen dafür, dass ein Kraftwerk immer auf dem Stand der Technik bleibt wohingegen Autos, die eben nicht der entsprechenden Umweltklasse genügen, eben nicht mehr betrieben werden dürfen.
Andererseits: wenn ich an meinem Auto eine entsprechende Nachrüstung vollziehe, es auf den aktuellen Stand der Technik bringe, dann darf ich damit auch wieder in den entsprechenden Zonen fahren.
Kommentar von Jakob:
Um mal beim Beispiel von Autos zu bleiben: In den letzten Jahren wurden in vielen Städten Umweltzonen eingeführt, so dass manche alten Autos dort nicht mehr betrieben werden dürfen. Damit mussten viele Leute auf ein neueres Fahrzeug umsteigen und das alte Auto verschrotten oder mit deutlichem Wertverlust weiterverkaufen. Dabei gab es auch keinerlei Entschädigungen für die Besitzer der betroffenen Fahrzeuge. Solche Verbote können zum Schutz der Allgemeinheit vor Umweltschäden durchaus zulässig sein.
am 13. Juni 2012 um 20:46 Uhr
Kommentar von Jakob:
Um mal beim Beispiel von Autos zu bleiben: In den letzten Jahren wurden in vielen Städten Umweltzonen eingeführt, so dass manche alten Autos dort nicht mehr betrieben werden dürfen. Damit mussten viele Leute auf ein neueres Fahrzeug umsteigen und das alte Auto verschrotten oder mit deutlichem Wertverlust weiterverkaufen. Dabei gab es auch keinerlei Entschädigungen für die Besitzer der betroffenen Fahrzeuge. Solche Verbote können zum Schutz der Allgemeinheit vor Umweltschäden durchaus zulässig sein.
am 13. Juni 2012 um 20:46 Uhr
Kommentar von JanG:
Das ist natürlich richtig. Und um dieses Beispiel wieder auf die Kernkraft zu übertragen könnte man die ständig stattfindenen Revisionen und Prüfungen anbringen. Diese sorgen dafür, dass ein Kraftwerk immer auf dem Stand der Technik bleibt wohingegen Autos, die eben nicht der entsprechenden Umweltklasse genügen, eben nicht mehr betrieben werden dürfen.
am 13. Juni 2012 um 21:44 Uhr
Kommentar von JanG:
Das ist natürlich richtig. Und um dieses Beispiel wieder auf die Kernkraft zu übertragen könnte man die ständig stattfindenen Revisionen und Prüfungen anbringen. Diese sorgen dafür, dass ein Kraftwerk immer auf dem Stand der Technik bleibt wohingegen Autos, die eben nicht der entsprechenden Umweltklasse genügen, eben nicht mehr betrieben werden dürfen.
am 13. Juni 2012 um 21:44 Uhr
Ich kann deine Argumente zwar nachvollziehen, aber zwei Dinge sind hier imho noch zu berücksichtigen:
1) Ginge es hier um neu gebaute Kernkraftwerke, bei denen die Betreiber eine lange Laufzeit zur Finanzierung eingeplant hatten, hielte ich die Forderungen für berechtigt – allerdings sind alle KKWs in Deutschland schon seit langem abgeschrieben (soviel ich weiß, jedenfalls). Es geht den Konzernen also tatsächlich nur darum, mit den abgeschriebenen Kraftwerken möglichst große Gewinne einzufahren, ohne vielleicht mal an sinnvolle, zukunftsorientierte Investitionen zu denken. Wenn diese Rechnung nun nicht aufgeht – tja, dumm gelaufen. (Zugegebenermaßen ist es natürlich gerade in D schwierig, in Sachen KKWs neue Konzepte wie moderne Reaktoren zu etablieren. Man stelle sich vor, ein alter Reaktor würde abgeschaltet, um daneben einen neuen zu bauen!)
2) Wenn die Energiekonzerne nun schon ihren finanziellen Schaden vom Staat einfordern, dann sollten sie auch für die Entsorgung der Abfälle aufkommen. Seltsamerweise ist das nämlich in D (und anderswo) nicht der Fall, obwohl in allen anderen Sparten der Verursacher für die Entsorgung aufzukommen hat. Es wird immer auf die freie Marktwirtschaft gepocht, aber als Geldgeber ist der Statt (also effektiv die Bürger) immer gut genug.
Beide Punkte tragen bei mir nicht unbedingt zur Sympathie den Energiekonzernen gegenüber bei…
Hallo Jan von Nebenan
1) Man kann das ja sehen wie man möchte. Ich fände es gar nicht schlecht, wenn bestimmte Bereiche in der Hand des Staates lägen. Energie, Transport und vielleicht Kommunikation sind zu wichtig um sie gewinnorientierten Unternehmen zu überlassen. Aber wie dem auch sei- der Strommarkt ist 1998 liberalisiert worden, wir leben in einer Marktwirtschaft.
Sie schreiben
Natürlich geht es ihnen nur darum! Worum denn sonst? Gewinne zu erwirtschaften ist die erklärte Funktion von Unternehmen in der Marktwirtschaft. Man kann das beklagen- aber das ist eine Kritik an die Marktwirtschaft, nicht an die Energieversorger und schon gar nicht an die Kernenergie!
2) Darüber kann Jan sicher noch mehr sagen aber seien sie versichert, dass die Energieversorger für die Entsorgung des Atommülls aufkommen. Wenn ihnen jemand etwas anderes erzählt, sagt er die Unwahrheit.
Bei der Kernenergie gilt das Verursacherprinzip. Die EVUs bezahlen die Entsorgung der Abfälle. Das war auch schon einige Male Thema hier bei Kerngedanken.
Hier zwei Beispiele:
http://www.kerngedanken.de/2010/12/wer-zahlt-fur-den-muell/
http://www.kerngedanken.de/2011/12/und-nichts-als-die-wahrheit/
Übrigens ist Kernenergie nicht die einzige Industrie die Müll erzeugt. Nicht die einzige Industrie die strahlenden Müll erzeugt. Der Atommüll aus der Kernenergie ist weder qualitativ noch quantitativ der schlimmste Müll den die Menschheit erzeugt.
Das ist das Schlimmste und unehrlichste an dieser Debatte: Wenn man die Argumente der Endlagerung in der Kernenergie an zahlreiche andere Industrien anlegt (einschließlich Windenergie und Photovoltaik), können sie einen großen Teil der modernen Welt bekämpfen.
Dass ihnen gewinnorientierte Unternhemen unsympathisch sind ist ihr gutes Recht. Wenn ihnen EVUs unsympathisch sind, weil sie fälschlicherweise glauben, diese bezahlten die Entsorgung des von ihnen verursachten Mülls nicht, tun sie ihnen Unrecht. Und wenn sie jedes Unternehmen unsympathisch finden, das giftigen Müll verursacht, wird es ihnen schwer fallen eines zu finden das ihnen sympathisch ist.
Kommentar von Jan von nebenan:
Ich kann deine Argumente zwar nachvollziehen, aber zwei Dinge sind hier imho noch zu berücksichtigen:
1) Ginge es hier um neu gebaute Kernkraftwerke, bei denen die Betreiber eine lange Laufzeit zur Finanzierung eingeplant hatten, hielte ich die Forderungen für berechtigt – allerdings sind alle KKWs in Deutschland schon seit langem abgeschrieben (soviel ich weiß, jedenfalls). Es geht den Konzernen also tatsächlich nur darum, mit den abgeschriebenen Kraftwerken möglichst große Gewinne einzufahren, ohne vielleicht mal an sinnvolle, zukunftsorientierte Investitionen zu denken. Wenn diese Rechnung nun nicht aufgeht – tja, dumm gelaufen. (Zugegebenermaßen ist es natürlich gerade in D schwierig, in Sachen KKWs neue Konzepte wie moderne Reaktoren zu etablieren. Man stelle sich vor, ein alter Reaktor würde abgeschaltet, um daneben einen neuen zu bauen!)
2) Wenn die Energiekonzerne nun schon ihren finanziellen Schaden vom Staat einfordern, dann sollten sie auch für die Entsorgung der Abfälle aufkommen. Seltsamerweise ist das nämlich in D (und anderswo) nicht der Fall, obwohl in allen anderen Sparten der Verursacher für die Entsorgung aufzukommen hat. Es wird immer auf die freie Marktwirtschaft gepocht, aber als Geldgeber ist der Statt (also effektiv die Bürger) immer gut genug.
Beide Punkte tragen bei mir nicht unbedingt zur Sympathie den Energiekonzernen gegenüber bei…
am 16. Juni 2012 um 16:12 Uhr
Kommentar von Jan von nebenan:
Ich kann deine Argumente zwar nachvollziehen, aber zwei Dinge sind hier imho noch zu berücksichtigen:
1) Ginge es hier um neu gebaute Kernkraftwerke, bei denen die Betreiber eine lange Laufzeit zur Finanzierung eingeplant hatten, hielte ich die Forderungen für berechtigt – allerdings sind alle KKWs in Deutschland schon seit langem abgeschrieben (soviel ich weiß, jedenfalls). Es geht den Konzernen also tatsächlich nur darum, mit den abgeschriebenen Kraftwerken möglichst große Gewinne einzufahren, ohne vielleicht mal an sinnvolle, zukunftsorientierte Investitionen zu denken. Wenn diese Rechnung nun nicht aufgeht – tja, dumm gelaufen. (Zugegebenermaßen ist es natürlich gerade in D schwierig, in Sachen KKWs neue Konzepte wie moderne Reaktoren zu etablieren. Man stelle sich vor, ein alter Reaktor würde abgeschaltet, um daneben einen neuen zu bauen!)
2) Wenn die Energiekonzerne nun schon ihren finanziellen Schaden vom Staat einfordern, dann sollten sie auch für die Entsorgung der Abfälle aufkommen. Seltsamerweise ist das nämlich in D (und anderswo) nicht der Fall, obwohl in allen anderen Sparten der Verursacher für die Entsorgung aufzukommen hat. Es wird immer auf die freie Marktwirtschaft gepocht, aber als Geldgeber ist der Statt (also effektiv die Bürger) immer gut genug.
Beide Punkte tragen bei mir nicht unbedingt zur Sympathie den Energiekonzernen gegenüber bei…
am 16. Juni 2012 um 16:12 Uhr
Kommentar von OPS:
Hallo Jan von Nebenan
1) Man kann das ja sehen wie man möchte. Ich fände es gar nicht schlecht, wenn bestimmte Bereiche in der Hand des Staates lägen. Energie, Transport und vielleicht Kommunikation sind zu wichtig um sie gewinnorientierten Unternehmen zu überlassen. Aber wie dem auch sei- der Strommarkt ist 1998 liberalisiert worden, wir leben in einer Marktwirtschaft.
Sie schreiben
Natürlich geht es ihnen nur darum! Worum denn sonst? Gewinne zu erwirtschaften ist die erklärte Funktion von Unternehmen in der Marktwirtschaft. Man kann das beklagen- aber das ist eine Kritik an die Marktwirtschaft, nicht an die Energieversorger und schon gar nicht an die Kernenergie!
2) Darüber kann Jan sicher noch mehr sagen aber seien sie versichert, dass die Energieversorger für die Entsorgung des Atommülls aufkommen. Wenn ihnen jemand etwas anderes erzählt, sagt er die Unwahrheit.
Bei der Kernenergie gilt das Verursacherprinzip. Die EVUs bezahlen die Entsorgung der Abfälle. Das war auch schon einige Male Thema hier bei Kerngedanken.
Hier zwei Beispiele:
http://www.kerngedanken.de/2010/12/wer-zahlt-fur-den-muell/
http://www.kerngedanken.de/2011/12/und-nichts-als-die-wahrheit/
Übrigens ist Kernenergie nicht die einzige Industrie die Müll erzeugt. Nicht die einzige Industrie die strahlenden Müll erzeugt. Der Atommüll aus der Kernenergie ist weder qualitativ noch quantitativ der schlimmste Müll den die Menschheit erzeugt.
Das ist das Schlimmste und unehrlichste an dieser Debatte: Wenn man die Argumente der Endlagerung in der Kernenergie an zahlreiche andere Industrien anlegt (einschließlich Windenergie und Photovoltaik), können sie einen großen Teil der modernen Welt bekämpfen.
Dass ihnen gewinnorientierte Unternhemen unsympathisch sind ist ihr gutes Recht. Wenn ihnen EVUs unsympathisch sind, weil sie fälschlicherweise glauben, diese bezahlten die Entsorgung des von ihnen verursachten Mülls nicht, tun sie ihnen Unrecht. Und wenn sie jedes Unternehmen unsympathisch finden, das giftigen Müll verursacht, wird es ihnen schwer fallen eines zu finden das ihnen sympathisch ist.
am 18. Juni 2012 um 08:02 Uhr
Kommentar von OPS:
Hallo Jan von Nebenan
1) Man kann das ja sehen wie man möchte. Ich fände es gar nicht schlecht, wenn bestimmte Bereiche in der Hand des Staates lägen. Energie, Transport und vielleicht Kommunikation sind zu wichtig um sie gewinnorientierten Unternehmen zu überlassen. Aber wie dem auch sei- der Strommarkt ist 1998 liberalisiert worden, wir leben in einer Marktwirtschaft.
Sie schreiben
Natürlich geht es ihnen nur darum! Worum denn sonst? Gewinne zu erwirtschaften ist die erklärte Funktion von Unternehmen in der Marktwirtschaft. Man kann das beklagen- aber das ist eine Kritik an die Marktwirtschaft, nicht an die Energieversorger und schon gar nicht an die Kernenergie!
2) Darüber kann Jan sicher noch mehr sagen aber seien sie versichert, dass die Energieversorger für die Entsorgung des Atommülls aufkommen. Wenn ihnen jemand etwas anderes erzählt, sagt er die Unwahrheit.
Bei der Kernenergie gilt das Verursacherprinzip. Die EVUs bezahlen die Entsorgung der Abfälle. Das war auch schon einige Male Thema hier bei Kerngedanken.
Hier zwei Beispiele:
http://www.kerngedanken.de/2010/12/wer-zahlt-fur-den-muell/
http://www.kerngedanken.de/2011/12/und-nichts-als-die-wahrheit/
Übrigens ist Kernenergie nicht die einzige Industrie die Müll erzeugt. Nicht die einzige Industrie die strahlenden Müll erzeugt. Der Atommüll aus der Kernenergie ist weder qualitativ noch quantitativ der schlimmste Müll den die Menschheit erzeugt.
Das ist das Schlimmste und unehrlichste an dieser Debatte: Wenn man die Argumente der Endlagerung in der Kernenergie an zahlreiche andere Industrien anlegt (einschließlich Windenergie und Photovoltaik), können sie einen großen Teil der modernen Welt bekämpfen.
Dass ihnen gewinnorientierte Unternhemen unsympathisch sind ist ihr gutes Recht. Wenn ihnen EVUs unsympathisch sind, weil sie fälschlicherweise glauben, diese bezahlten die Entsorgung des von ihnen verursachten Mülls nicht, tun sie ihnen Unrecht. Und wenn sie jedes Unternehmen unsympathisch finden, das giftigen Müll verursacht, wird es ihnen schwer fallen eines zu finden das ihnen sympathisch ist.
am 18. Juni 2012 um 08:02 Uhr