Ohne Strom keine Leistung

Dass Strom heutzutage eine wichtige Rolle auf dieser Welt spielt, ist kein Geheimnis. Allerdings scheint dessen Erzeugung für viele Menschen ein solches zu sein. "Der Strom kommt aus der Steckdose" – dieser lustig gemeinte Spruch ist für viele Menschen bittere Realität. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass, gerade in den letzten Tagen zum Jahrestag von Fukushima, wieder und wieder alle möglichen echten oder auch selbsternannten Experten erklären, wie toll es um die erneuerbaren Energiequellen bestellt ist.

Allerdings muss auch ich zugeben, dass ich mich manchmal selber in diesem Gewirr aus Brutto- und Nettostromerzeugung verheddere und die Zusammenhänge an der Strombörse sowie die Zusammensetzung des Strompreises nicht in ihrer ganzen Tiefe durchschaue. So sehr ich in meinem eigenen Gebiet, Physik und Strahlenschutz im Allgemeinen, die Endlagerforschung im Besonderen Bescheid weiß, so sehr gehen mir dann die wirtschaftlichen Aspekte dieser Thematik ab (schon im Studium hatte ich tiefsten Respekt vor den Wirtschaftlern – eine für mich bis heute eher kryptische Wissenschaft).

Ich bin daher immer wieder dankbar, wenn ich dann auf einen gut geschriebenen Artikel stoße, wo diese Zusammenhänge deutlich werden. Drei dieser Artikel möchte ich hier in aller Kürze verlinken.

Da ist zunächst ScienceBlogger Georg Hoffmann, der sich auf seinem Blog PrimaKlima mit der Frage beschäftigt, was denn die Folgen des Abschaltens von acht AKW's ist. Hierzu hat er umfangreiche Daten recherchiert und grafisch dargestellt. Sehr anschaulich.

Auf dem Blog von Thiemo Nagel fand ich eine Grafik zur zeitlichen Entwicklung des deutschen Netto-Stromexports. Diese "laufend aktualisierte Grafik zeigt den zeitlichen Verlauf des Netto-Stromexports in Gigawatt-Tagen pro Tag (bzw. in der kumulativen Ansicht in GW-Tagen)." Großartige Arbeit die Herr Nagel sich hier gemacht hat und ein dickes Lob von meiner Seite.

Richtig begeistert bin ich schließlich von einem sehr umfangreichen Artikel, in dem Frank darüber informiert, ob Sonne und Wind wirklich Atomkraftwerke ersetzen können. Neben der Tatsache, dass ich als gebürtiger Dresdner hier einen bloggenden Landsmann gefunden habe, kann ich diesen Text einfach und rundweg empfehlen: hier wird sehr ausführlich und umfassend zu dieser Problematik geschrieben. Und auch der Spruch

… ich bin sehr für einen vernünftigen und schonenden Umgang mit diesem Planeten und für eine durchdachte Energieversorgung – aber das Ganze muss technisch auch funktionieren. Es muss ein schlüssiges Gesamtkonzept sein. Alles andere ist Selbstbetrug.

bringt sehr genau auch meinen Standpunkt auf den Punkt.

Alles in allem also drei absolut lesenswerte Texte, die auch für mich wieder mal etwas Licht in diese Sache gebracht haben und die zu lesen ich wärmstens empfehlen kann.

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    • Bastian
    • 18. Mrz. 2012 11:24am

    Hallo zusammen,
    das sind wirklich informative Links – vielen Dank dafür.
    Auf der einen Seite hast du vollkommen recht: Ich glaube gerade elektrische Energietechnik ist so komplex, dass der Normalbürger wohl kaum in der Gänze durchsteigen kann. Wenn man dann noch die enge Verschneidung mit wirtschaftlichen Fragestellungen betrachtet, hört es dann ganz auf.
    Auf der anderen Seite mangelt es – sowohl bei Bürgern, als auch bei Interessenvertretern oder gar Medien – an grundlegendem Wissen. Ich würde sagen, dass in 70% der Zeitungsartikeln die installierte Leistung mit der Strommenge verwechselt, oder beides sogar vermischt wird. Wissen, das ein durchschnittlich begabter Schüler in der zehnten Klasse durchaus besitzen sollte. Wahrscheinlich ist das aber eher ein gesellschaftliches Problem.
    Übrigens zitiere ich hier gern meinen alten Thermodynamik-Professor, der sagte: "Die Berechnung, wieviele Windenergieanlagen zur Kompensation eines Kernkraftwerkes bezüglich der Strommenge benötigt werden (wenn man mal die Speicherproblematik außer Acht lässt) ist nicht schwer. Das sollte sogar ein Regierungsmitglied mit einem 2€-Taschenrechner von Aldi hinbekommen".
    In diesem Sinne, viele Grüße,
    Bastian

  1. Kommentar von Bastian:

    Hallo zusammen,
    das sind wirklich informative Links – vielen Dank dafür.
    Auf der einen Seite hast du vollkommen recht: Ich glaube gerade elektrische Energietechnik ist so komplex, dass der Normalbürger wohl kaum in der Gänze durchsteigen kann. Wenn man dann noch die enge Verschneidung mit wirtschaftlichen Fragestellungen betrachtet, hört es dann ganz auf.
    Auf der anderen Seite mangelt es – sowohl bei Bürgern, als auch bei Interessenvertretern oder gar Medien – an grundlegendem Wissen. Ich würde sagen, dass in 70% der Zeitungsartikeln die installierte Leistung mit der Strommenge verwechselt, oder beides sogar vermischt wird. Wissen, das ein durchschnittlich begabter Schüler in der zehnten Klasse durchaus besitzen sollte. Wahrscheinlich ist das aber eher ein gesellschaftliches Problem.
    Übrigens zitiere ich hier gern meinen alten Thermodynamik-Professor, der sagte: "Die Berechnung, wieviele Windenergieanlagen zur Kompensation eines Kernkraftwerkes bezüglich der Strommenge benötigt werden (wenn man mal die Speicherproblematik außer Acht lässt) ist nicht schwer. Das sollte sogar ein Regierungsmitglied mit einem 2€-Taschenrechner von Aldi hinbekommen".
    In diesem Sinne, viele Grüße,
    Bastian

    am 18. März 2012 um 11:24 Uhr

  2. Kommentar von Bastian:

    Hallo zusammen,
    das sind wirklich informative Links – vielen Dank dafür.
    Auf der einen Seite hast du vollkommen recht: Ich glaube gerade elektrische Energietechnik ist so komplex, dass der Normalbürger wohl kaum in der Gänze durchsteigen kann. Wenn man dann noch die enge Verschneidung mit wirtschaftlichen Fragestellungen betrachtet, hört es dann ganz auf.
    Auf der anderen Seite mangelt es – sowohl bei Bürgern, als auch bei Interessenvertretern oder gar Medien – an grundlegendem Wissen. Ich würde sagen, dass in 70% der Zeitungsartikeln die installierte Leistung mit der Strommenge verwechselt, oder beides sogar vermischt wird. Wissen, das ein durchschnittlich begabter Schüler in der zehnten Klasse durchaus besitzen sollte. Wahrscheinlich ist das aber eher ein gesellschaftliches Problem.
    Übrigens zitiere ich hier gern meinen alten Thermodynamik-Professor, der sagte: "Die Berechnung, wieviele Windenergieanlagen zur Kompensation eines Kernkraftwerkes bezüglich der Strommenge benötigt werden (wenn man mal die Speicherproblematik außer Acht lässt) ist nicht schwer. Das sollte sogar ein Regierungsmitglied mit einem 2€-Taschenrechner von Aldi hinbekommen".
    In diesem Sinne, viele Grüße,
    Bastian

    am 18. März 2012 um 11:24 Uhr

  3. Danke für die Recherche-Arbeit. Die verlinkten Artikel sind wirklich lesenswert. Und ja: Neben allen ethischen Gründen, die richtig und wichtig sind, darf man einfach auch das Machbare nicht vergessen. 

  4. Kommentar von Bloghaus:

    Danke für die Recherche-Arbeit. Die verlinkten Artikel sind wirklich lesenswert. Und ja: Neben allen ethischen Gründen, die richtig und wichtig sind, darf man einfach auch das Machbare nicht vergessen. 

    am 28. März 2012 um 09:54 Uhr

  5. Kommentar von Bloghaus:

    Danke für die Recherche-Arbeit. Die verlinkten Artikel sind wirklich lesenswert. Und ja: Neben allen ethischen Gründen, die richtig und wichtig sind, darf man einfach auch das Machbare nicht vergessen. 

    am 28. März 2012 um 09:54 Uhr

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