Ein Fall für Greenpeace

Man lernt nicht aus. Heute zum Beispiel habe ich gelernt, dass auch bei der Erzeugung von Windenergie radioaktiver Abfall entsteht. Ferner, dass auch bei der Herstellung dieser Anlagen die Gefahr einer mittelschweren Umweltkatastrophe besteht.

Die Antwort liegt in der Nutzung von neueren Anlagen die über einen Direktantrieb verfügen. Hierfür sind nämlich

Metalle der so genannten Seltenen Erden nötig, vor allem Neodym, das zum Aufbau von starken Neodym-Eisen-Bor-Magneten genutzt wird. Als Faustregel gilt: pro Megawatt Leistung benötigt ein Direktantrieb ca. 200 kg Neodym. Für eine 5MW-Anlage, wie sie etwa in im alpha ventus Windpark vor Borkum eingesetzt wird, wird also eine Tonne Neodym benötigt. Neodym aber ist ohne große Mengen radioaktiven Abfalls nicht zu haben, denn es kommt nur in chemischen Verbindungen vergesellschaftet mit anderen sog. Lanthanoiden vor – z. B. Thorium oder Uran.

Hier fangen die Probleme an: bei der Abtrennung vom Gestein entstehen giftige Abfallprodukte; bei der Aufkonzentrierung mittels Flotation entstehen Flotationsberge in Absinkbecken, von denen wiederum Schwermetalle, Giftstoffe und radioaktive Stoffe wie Uran und Thorium in gelöster Form ins Grundwasser oder als Stäube in die Luft gelangen können. Dammbrüche dieser Becken hätten katastrophale Folgen für die Umgebung. Auch aus dem Abraum können Schwermetalle sowie radioaktive Begleitstoffe ins Grundwasser gelangen.

Und was sagt Greenpeace?

Von Greenpeace, das ja auch und gerne Ökostrom aus Windkraftanlagen verkauft, hört man in dieser Sache nichts. Während sonst auch noch die kleinste Lötstelle eines neuen Smartphones von den Regenbogenkriegern auf nachhaltige Produktion und Ökostandards geprüft wird und Hersteller, die als Sünder überführt werden, gnadenlos an den Pranger kommen, drückt man bei tausenden von Tonnen Neodym beide Augen zu – ist ja für eine gute Sache. Da beschweigt man lieber, dass der saubere Windstrom eine schmutzige Seite hat und versichert treuherzig:  „Wir liefern Strom, der aus Ökokraftwerken kommt – garantiert ohne Kohle und Atom“. Bislang hat sich kein Greenpeace-Aktivist an einem Neodym-haltigen Windrad angekettet.

Zum weiterlesen: Ein Fall für Greenpeace

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    • Engywuck
    • 4. Mrz. 2012 6:06pm

    schade, dass du ausgerechnet die selbsternannte Achse des Guten zitieren musstest – das diskreditiert den Zitierer bei vielen Personen, die ich kenne.
    Andere, besser beleumundete Quellen: http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2011/windkraft189.html oder http://www.murphyandspitz.de/fileadmin/user_upload/Dateien/Murphy%26SpitzResearchNeodym062011.pdf (beide Links aus dem Wikipedia-Artikel zum Thema Neodym)
    Aber eine ganz andere Frage: ist es möglich/wirtschaftlich, die beim Seltenerdabbau anfallenden Uranverbindungen zu nutzen bzw. umgekehrt beim Uranabbau andere Seltenerdmetalle zu finden/nutzen? Dann würden sich Umweltschäden doch stärker begrenzen lassen, oder?

    • JanG
    • 4. Mrz. 2012 7:43pm

    Ja ich weiß, die Achse geht schon seit einiger Zeit in eine Richtung, die mir so gar nicht behagt. Aber leider ist dieses ganze Thema Windkrafttechnik für mich nicht so bekannt, und nach einer kurzen Recherche zum Autor und in Anbetracht meiner derzeit extrem knappen Zeit, hatte ich das einfach genommen.

    In diesem Sinne: vielen Dank für die Links und ich bemühe mich aktuell sehr, nicht mehr von der Achse zu zitieren und lieber besser beleumundete Quellen zu nutzen.

     

    Ach so: was Deine Frage angeht, da werd ich mal schauen, da kann ich auf die Schnelle nix zu sagen. Aber ich mach mich mal kundig.

    • JoPhi
    • 2. Jun. 2012 7:33am

    Off Topic,
    Hi, zunächst einmal finde ich die Artikel die hier gepostet werden sehr interessant und aufschlussreich!
    Man erhält sehr wenig Informationen im web zum Thema Kernkraft die nicht in die Hysterieebene gehen!
    @ Engywuck, @ JanG, in welche Richtung bewegt sich iherer Meinung nach die Achse des Guten?
    Was ist Kritikwürdig an diesem Webblog, mich würde dass nur interessieren, denn bis jetzt konnte ich noch nichts konkretes herauslesen! Es könnte aber nur meiner Inkompetenz als Leser geschuldet sein, so dass ich die Ketzerischen und Volksverhetzenden Artikel nicht mitbekomme!
    Würde mich über eine Antwort freuen
    JoPhi

      • JanG
      • 5. Jun. 2012 9:05am

      Hallo JoPhi,

      sorry für die späte Antwort, ist grad viel zu tun. Was die Achse des Guten angeht, da kann ich nicht viel zu sagen. Wenn ich die lese, dann fast ausschließlich die Themen, die mich betreffen. An sich sollen die Autoren dort in eine islamfeindliche Richtung gehen, das kann ich aber nur schlecht beurteilen. Die Energiethemen aber sind fast immer zutreffend.

      Es ist so wie mit allem: man muss am Ende für sich entscheiden, ob das, was man da an Informationen bekommt, für einen passt. Mitdenken ist aber immer gut. Und dann mal zur Seite auf die anderen Argumente schauen ebenfalls. Von daher auch einen herzlichen Dank für das Lob, wir versuchen weiter, ordentlich zu schreiben auch wenn sowohl bei Paul als auch bei mir grad die Zeit knapp ist :-/

 

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