Neue Wege braucht das Land

Um unter anderem dieses Problem zu lösen, muss Deutschland in Hinblick auf die Energiepolitik neue Wege bestreiten. Der Erste wichtige Meilenstein dafür wurde schon 2011 von der Bundesregierung verabschiedet. Der Atomausstieg 2022. Der Plan der Regierung rund um Angela Merkel sieht vor, alle noch aktiven Atomkraftwerke bis zum Ende des Jahres 2022 abzuschalten. Dass dies auch schneller gehen würde zeigt eine Studie von Greenpeace, die ebenfalls 2011 veröffentlicht wurde. Hier wurde gezeigt, dass ein Ausstieg auch bis zum Jahre 2015 praktisch möglich sei. Um den Wegfall dieser Energiequellen auszugleichen hat Greenpeace eine hundertprozentige Energieversorgung durch erneuerbare Energien in ihrem Plan vorgesehen.

Im vergangenen Jahr konnten erneuerbare Energien bereits einen Anteil von rund 33 Prozent von der Stromerzeugung in Deutschland ausmachen. Das ist ein Anstieg von zirka vier Prozentpunkten zum Jahr 2016. Ein guter Weg, der hauptsächlich auf das ausgebaute Netz von Windkraftanlagen zurückzuführen ist.

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Die Ersten werden die Letzten sein

Um auch international ein Zeichen zu setzen ist es wichtig, dass Deutschland als gutes Beispiel voran schreitet. Durch den schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie und dem Wechsel auf erneuerbare Energien zeigt Deutschland auch anderen Staaten, dass ein Verzicht auf Atomenergie möglich ist. Auch andere Länder wie Italien oder Island gehen als gutes Vorbild voran und beziehen ihren Strom ausschließlich durch erneuerbare Energien. Die letzten Atomkraftwerke die in Deutschland Ende 2022 abgeschaltet werden sollen sind Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2, die alle zwischen 1970 und 1988 gebaut wurden und somit zu den ältesten Kraftwerken in Deutschland zählen.

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Kernkraft und Verantwortung

Jede Institution, die mit Kern- bzw. Atomenergie zu tun hat, hat gegenüber der Gesellschaft eine große Verantwortung. Das dieses Vertrauen leicht und nicht nur durch private Unternehmen sondern auch vom Staat missbraucht werden kann zeigt die Vergangenheit. Mehrere europäische Staaten, darunter auch Deutschland, haben im Geheimen große Mengen an Atommüll in östliche Länder transportiert, in denen der verseuchte Abfall teilweise ungeschützt auf Parkplätzen gelagert wird.

Große Ereignisse, die globale Auswirkungen auf die Energiebranche haben und zeigten in was für einer Verantwortung Unternehmen und Staat stehen, waren zum Beispiel Hiroshima oder die Katastrophe in Fukushima. Beides Ereignisse, die die Gefahr von Kernenergie belegen.

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Fukushima sieben Jahre danach

Welche langfristigen Auswirkungen ein Unglück mit Atomenergie haben kann zeigt der durch Naturkatastrophen verursachte Unfall in Fukushima im Jahr 2011. Auch sieben Jahre nach dem Desaster in Japan hat die Betreiberfirma des Atomkraftwerks Tepco die Lage nicht unter vollständiger Kontrolle. Bei der Sicherung der Anlage treten immer wieder schwierige Probleme auf, die immer wieder neue technische Ideen und Lösungsvorschläge erfordern. Noch immer fürchten Anwohner und Naturschützern starke Auswirkungen auf die umliegenden Ökosysteme.
Größtes Problem ist aktuell Grundwasser, das in das zerstörte Atomkraftwerk eindringt und so radioaktiv verseucht wird. Dieser Zufluss ist schwer zu stoppen und das Abpumpen sowie die Lagerung und Dekontamination des Wasser stellen das Unternehmen vor gleich mehrere große Herausforderungen.

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Entsorgung radioaktiver Abfälle

Das wohl größte Problem der Atomenergie ist die weiterhin dringende Frage nach der Endlagerung von radioaktiven Abfällen. Seit Jahrzehnten beschäftigen sich Forscher, Politiker und Gesellschaft mit der Suche nach einer langfristigen und nachhaltigen Lösung für die Entsorgung der schädlichen Abfallstoffe. Aktuell wird der gesamte Atommüll, der hauptsächlich durch die Nutzung von Kernenergie entsteht, in so genannten “Zwischenlagern” aufbewahrt. Eine dauerhafte sichere Lösung stellt eine schwierige Aufgabe dar. Der Stoff Plutonium beispielsweise hat eine Halbwertzeit von 24.000 Jahren. Diese Aufgabe, deren Bewältigung in der Verantwortung mehrerer Generationen liegt, ist nicht nur, eine Möglichkeit der Endlagerung zu finden, sondern auch Verfahren zu entwickeln, die es ermöglichen die radioaktiven Abfälle wieder zu verwenden oder aber für Mensch und Natur unschädlich zu machen.

Anstatt weiterhin radioaktive Abfälle zu produzieren sollten sich die verantwortlichen Länder und Regierungen lieber auf eine flächendeckende Versorgung mit erneuerbarer Energien fokussieren, um so schnell wie möglich auf Kernenergie verzichten zu können.

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